„Die smarten Vorteile erlebbar machen…“

Über die forsa Studie „Smartes Hören“ – ein Gespräch mit Jutta Krey, Projektleiterin bei forsa, und Joachim Gast, Geschäftsführer von ReSound GN Deutschland.

Frau Krey, Herr Gast, das forsa Institut führt auf Initiative des Hörgeräte-Herstellers ReSoundGN sowie in Zusammenarbeit mit zahlreichen bundesdeutschen Hörakustik-Fachgeschäften eine große Umfrage zum Thema Hören inklusive Hörgeräte-Tests durch. Was genau wird untersucht?

Jutta Krey: Bei unserer Untersuchung betrachten wir, welche Faktoren das Verstehen beeinträchtigen. Wir wollen erkunden, welche Verbesserungen sich die Teilnehmer wünschen. Und es interessiert, inwieweit die moderne Medizintechnik hier Abhilfe schaffen kann.

Joachim Gast: Getestet werden können dabei auch grundlegend neue Hör-Produkte – die smarten Hörgeräte. Sie bieten neben gutem Hören noch zahlreiche zusätzliche Funktionen. Man kann z. B. den TV-Ton oder Telefonate direkt in den Hörgeräten empfangen. Man kann sie mit dem Mobilgerät koppeln und Musik oder vielfältige Ansagen hören, zum Beispiel Navigationsansagen oder Statusmeldungen. Wer will, kann das eigene Hörerleben über eine App steuern. – Wir wollen Interessenten auch motivieren, diese smarten Vorteile zu testen, zu erleben und uns dann ihre Meinung zu sagen.

Wer kann an der Umfrage teilnehmen?

Joachim Gast: Teilnehmen kann jeder, der mit seinem eigenen Gehör gelegentlich oder auch häufiger an Grenzen stößt. Dazu zählen auch Menschen, die eigentlich noch gut hören, die aber in bestimmten Momenten Sprache nicht mehr zuverlässig erfassen können. Das kann z. B. im Restaurant passieren, in einer Diskussionsrunde oder auch beim Fernsehen.

Jutta Krey: Gerne können sich aber auch diejenigen anmelden, die schon eigene Erfahrungen mit Hörgeräten haben, und die im Rahmen unserer Umfrage einmal neue Hörgeräte-Funktionen probieren und beurteilen möchten.

Wie kann man sich für die Studienteilnahme anmelden? Wie läuft die Untersuchung ab?

Jutta Krey: Interessenten können sich bei einem Hörakustik-Fachgeschäft in ihrer Nähe anmelden, das als Partner der Umfrage fungiert. Welches Fachgeschäft sich anbietet, kann man auf dieser Internetseite nachlesen.

Joachim Gast: Hat man sich angemeldet, wird im Fachgeschäft zuerst eine Höranalyse vorgenommen. Danach erhält man die Möglichkeit, zwei Wochen lang neueste Hörgeräte im Alltag zu testen, ggf. auch in Verbindung mit Zusatzkomponenten für TV, Telefon u. a. Selbstverständlich erhält man auch eine Einführung in deren Nutzung. Vor und nach dem Test wird ein kleiner Online-Fragebogen ausgefüllt. – im Fachgeschäft oder zu Hause. Alle Antworten kommen direkt zu forsa, wo sie mit wissenschaftlichen Methoden ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden anschließend publiziert.

Jutta Krey: Sollte es beim Bearbeiten des Online-Fragebogens Rückfragen oder technische Probleme geben, findet man im Bogen eine Service-Nummer, mit der man das Projektteam im forsa Institut erreicht. Für alle anderen Fragen steht der Hörakustiker vor Ort gerne bereit.

Frau Krey, so ziemlich jeder Bundesbürger kennt den Namen forsa. Aber was genau macht das forsa Institut eigentlich?

Jutta Krey: forsa gibt es bereits seit 1984. Zu den Schwerpunkten unserer Arbeit gehört die Politik- und die Sozialforschung. Vor allem dadurch erlangte forsa sehr bald große Bekanntheit. Wir beobachten fortlaufend Entwicklungen in der politischen Stimmungslage. Und natürlich kennt man unsere Hochrechnungen, die etwa an Wahltagen in den Medien veröffentlicht werden.
In den zurückliegenden Jahrzehnten ist das Institut kontinuierlich gewachsen. Es kamen neue Aufgabenbereiche hinzu. Heute decken wir den gesamten Bereich der Markt-, Sozial- und Meinungsforschung ab. Umfragen und Studien führen wir auch für Finanzdienstleister oder Energieversorger durch, ebenso für Auftraggeber aus den Bereichen Verkehr oder Gesundheit. Gerade Gesundheitsforschung gehört seit langem zu unseren Aufgaben. Wir forschen z. B. für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Auch zur Hörakustik haben wir schon sehr interessante Studien durchgeführt. Das liegt allerdings schon etliche Jahre zurück.

Was macht das Thema aus Ihrer Sicht interessant?

Jutta Krey: Manche Menschen haben ja beim Thema Hörgerät immer noch Berührungsängste. Manchem fällt es schwer, sich den eigenen Schwierigkeiten zu stellen und vielleicht auch unbegründete Vorurteile gegenüber dem Tragen von Hörgeräten zu überwinden. Insofern hoffe ich schon, dass wir mit den Ergebnissen unserer Studie etwas dazu beitragen können, um Menschen zu besserem Hören und mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Ist denn sichergestellt, dass mit den hier gesammelten Daten auch korrekt verfahren wird?

Jutta Krey: Ein verantwortungsvoller und absolut korrekter Umgang mit gewonnenen Daten gehört in unserer Arbeit unbedingt dazu. Alle Teilnehmer bleiben absolut anonym. Es werden keinerlei personenbezogene Daten gespeichert. Es gibt lediglich für jeden einen Teilnehmer-Code, mit dem wir sicherstellen, dass niemand mehrfach den Online-Bogen ausfüllt. Am Ende werden auch diese Login-Codes vernichtet.

Alle eingegebenen Daten gehen direkt zu forsa, wo sie statistisch aufbereitet werden. Wir betrachten das Gesamtergebnis. Uns interessieren aber auch Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen – etwa zwischen Männern und Frauen, zwischen verschiedenen Altersgruppen oder Regionen.

Herr Gast, der Hörgeräte-Hersteller ReSoundGN ist Initiator der Studie. Werden denn ausschließlich Hörgeräte Ihres Unternehmens getestet?

Joachim Gast: Nein. Eine solche Einschränkung wollten wir bewusst vermeiden. Es können gerne Hörgeräte aller Marken getestet werden, je nach Bedarf und Wunsch auch mit den smarten Zusatzfunktionen.

ReSoundGN ist technologischer Vorreiter bei smarten, vernetzten Hörgeräten. Wir haben einen Trend gesetzt, bei dem uns mittlerweile auch Wettbewerber folgen. Unsere Technologie zur Vernetzung auf Basis von 2,4 GHz etabliert sich aktuell als herstellerübergreifender Standard. Wir begrüßen das – weil es den hörgeschädigten Menschen hilft und auch die tägliche Arbeit unserer Partner-Akustiker deutschland- und weltweit erleichtert. Wir möchten, dass mehr Menschen die smarten Zusatzfunktionen kennenlernen, und dass der Austausch darüber in unserer Branche befördert wird. Das ist für uns auch Motivation, um ein Projekt wie diese Studie auf den Weg zu bringen.

Abschließende Frage: Was wünschen Sie sich für Ihre Untersuchung?

Joachim Gast: Gutes Hören ist höchste Lebensqualität. Das treibt uns an. Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen an der Studie teilnehmen. Und wir hoffen, dass sie dadurch neue Erfahrungen mit dem besseren Hören und mit den zusätzlichen Vorteilen smarter Hörgeräte sammeln können.

Jutta Krey: Dem kann ich mich nur anschließen. Wir hoffen auf eine rege Teilnahmebereitschaft, um eine aussagekräftige Datenbasis zu erreichen.

Frau Krey, Herr Gast, vielen Dank für das Gespräch und gutes Gelingen!